Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus

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Veröffentlicht am Di., 24. Mär. 2020 09:00 Uhr
Neuigkeiten

Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus

Stand 21. März

(Ergänzungen 21. März kursiv)

Der Bundesrat hat die Situation in der Schweiz am Montag als «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiegesetz eingestuft und weitere Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie Covid-19 verordnet: Bis 19. April sind Veranstaltungen verboten sowie Läden, Restaurants und Freizeitbetriebe geschlossen.

Für die Landeskirche und die Kirchgemeinden heisst dies in Ergänzung zu den bereits kommunizierten Weisungen und Empfehlungen bis mindestens 30. April ab sofort Folgendes:

  • Es finden keine Gottesdienste sowie gottesdienstlichen Veranstaltungen und (Abendmahls-)Feiern statt.
  • Das sonntägliche Einläuten des Gottesdienstes mit den Kirchenglocken kann im Sinne einer «Versammlung im Geiste» beibehalten werden. Auf jegliche weitere Formen von aussergewöhnlichem Glockenläuten ist hingegen zu verzichten.
  • Beerdigungen dürfen durchgeführt werden (vom Bundesrat explizit erwähnt), aber nur im engsten Familienkreis (Beerdigungen sind von der Fünf-Personen-Regel ausgenommen). Gedenk- und Erinnerungsfeiern können zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
  • Taufen und Trauungen werden verschoben.
  • Konfirmationen werden bis mindestens auf die Zeit nach den Schulsommerferien 2020 verschoben.
  • Es finden keinerlei kirchliche Veranstaltungen statt (Vorträge, Hauskreise, Treffpunkte, Konzerte, Kirchgemeindeversammlungen, Reisen, Lager usw). Veranstaltungen sowie Lager und Reisen, die nach dem 30 April vorgesehen sind und für die bis zu diesem Zeitpunkt Vorbereitungen nötig sind, die nicht auf dem Korrespondenzweg erledigt werden können, sind abzusagen.
  • Den Kirchgemeinden wird empfohlen, die Kirchen offen zu halten, um den Menschen die persönliche Andacht weiterhin zu ermöglichen. Auch dies wurde vom Bundesrat explizit erwähnt und zeugt von einem grossen Vertrauensbeweis gegenüber den Kirchen! Die Kirchgemeinden haben jedoch sicherzustellen, dass keine spontanen «Schatten-Veranstaltungen» stattfinden, und es dürfen sich nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig in der Kirche aufhalten.
  • Es werden keine religionspädagogischen Unterrichtseinheiten oder entsprechende Veranstaltungen durchgeführt. Verbindliche religionspädagogische Module, die in diesem Zeitraum stattgefunden hätten, gelten als besucht und müssen von den Kindern und Jugendlichen nicht nachgeholt werden.
  • Sitzungen von kirchlichen Behörden und Gremien unter physischer Anwesenheit von Personen finden nur statt, soweit sie aus zeitlichen und sachlichen Gründen zwingend sind, nicht mehr als 10 Personen umfassen und die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleistet ist.
  • Die Pfarrämter stellen die persönliche Erreichbarkeit einer Pfarrerin oder eines Pfarrers sicher, mindestens von Montag bis Samstag in der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr.
  • Die Pfarrämter und die weiteren Dienste der Kirchgemeinden nehmen die Seelsorge in erster Linie telefonisch oder mittels anderer elektronischer Medien wahr. Ausnahmsweise können Seelsorgegespräche mit physischer Anwesenheit stattfinden, sofern die massgebenden Anordnungen und Empfehlungen der staatlichen Behörden eingehalten werden. Soweit Spitäler und andere Institutionen über ein eigenes Pfarramt verfügen, nimmt dort ausschliesslich dieses die Seelsorge wahr.
  • Die Kirchenpflegen sorgen dafür, dass Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Angestellte soweit als möglich im Homeoffice arbeiten und möglichst auf Dienstreisen verzichten.
  • Die Kirchenpflegen, Pfarrämter und Organe der kirchlichen Bezirke stellen ihre Erreichbarkeit gegenüber dem Kirchenrat, den Bezirkskirchenpflegen, den Dekaninnen und Dekanen sowie den staatlichen Behörden sicher.
  • Investitionsvorhaben ins Verwaltungsvermögen, die nicht der Abwendung von unmittelbar drohendem Schaden dienen, sind zu verschieben.

Die Termindifferenz zur Verordnung des Bundesrates hat mit den unterschiedlichen Feriendaten in den Kantonen zu tun. Am 19. April enden die Schulferien im Kanton Bern. Im Kanton Zürich liegt dieses Datum aber mitten in den Ferien. Der Pandemie-Stab der Landeskirche erachtet es deshalb als zweckmässig, die Frist bis zum Ende der Zürcher Schulferien am 26. April bzw. grad eben bis Ende April zu verlängern. Dies auch im Blick darauf, dass auch Veranstaltungen nach dem 19. April schon vorher vorbereitet werden müssten, was unter den gegebenen Einschränkungen schwierig ist.

Der Pandemie-Stab der Landeskirche und die Gesamtkirchlichen Dienste haben zu weiteren Bereichen Hilfestellungen und Materialien zusammengestellt. Sie finden sie hier.

In dieser ohnehin schon aussergewöhnlichen Lage stellt Ostern für die Kirchen nochmals eine ganz eigene Herausforderung dar. Die Evangelische Kirche Schweiz EKS hat angekündigt, den Landeskirchen und Kirchgemeinden für diese besondere Zeit Hilfestellungen und Empfehlungen abzugeben, denen sich der Kirchenrat anschliessen wird. Sie sind für kommende Woche angekündigt und werden ebenfalls hier zugänglich gemacht.

EKS-Präsident Gottfried Locher und Bischof Felix Gmür haben zudem angekündigt, dass jeden Donnerstag Abend (20 Uhr) eine gemeinsame Fürbitte gehalten werden soll: für die Kranken, für die Pflegenden und die Menschen, die isoliert sind. Die Menschen sind dann aufgerufen, eine Kerze auf den Fenstersims zu stellen.

Der Kirchenrat dankt Ihnen für Ihr umsichtiges Mittragen in dieser aussergewöhnlichen und schwierigen Situation.

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